Terroranschläge und die Wunden die man nicht sieht

Terroranschläge oder andere Bedrohungen scheinen gefühlt zum Alltag zu gehören. Und wenn man ehrlich ist, hört man schon gar nicht mehr richtig zu. Jeder entwickelt andere Mechanismen damit umzugehen.
Heute möchte ich Ihnen meine Gedanken dazu näher zu bringen und eine wahrscheinlich unbekannte Seite dieser Ereignisse beleuchten.

Seit fast 20 Jahren bin ich nun schon Soldat und mit den Themen Tod und Verwundung betraut. Seit gut 10 Jahren gehören nun auch schon Terroranschäge und der Umgang damit zu den Dingen, die mich beschäftigen. Für mich ganz persönlich, der unter anderem auch dazu ausgebildet wurde um Beteiligten von Ereignissen mit potentiellen Traumatisierungsfaktoren vor Ort psychologische Hilfe (z. B.: Terroranschläge) zu leisten, bedeuten Anschläge auch immer weiterführende Fragen.

Eigentlich immer frage ich mich, was wird aus den vielen Menschen, die Augen- oder Ohrenzeugen wurden? Den Einheimischen, den Ersthelfern oder den Geschäftsreisenden, die mitten drin oder in der Nähe waren und nach dieser Tragödie wieder ihrer gewohnten Arbeit nachgehen? Was wird aus denjenigen, die ihre Emotionen nicht zuordnen können? Wer erkennt deren Wunden, die oft wenig Beachtung finden bevor sie dann, im schlimmsten Fall chronisch, die Betroffenen wieder und wieder heimsuchen? Wer kümmert sich um diese Menschen in einer Zeit, in der das  Zeigen von Schwächen nicht opportun erscheint?

Ein Appell zur Offenheit

Sie fragen sich vielleicht, was ich Ihnen damit sagen möchte. Ich möchte mich an Betroffene,  nicht nur an die von Anschlägen, sondern auch an die von anderen verstörenden Ereignissen wie Überfällen oder ähnlichem wenden. Darüberhinaus wende ich mich auch an diejenigen, die als Personalverantwortliche  Geschäftsreisen veranlassen. Bitte sorgen Sie für eine offene Gesprächskultur, in der Reisende über ihre Ängste vor weiteren Anschlägen sprechen können oder ihre Erfahrungen mitteilen. Als Angehöriger einer Männerdomäne weiß ich nur zu gut um die Verschlossenheit gerade männlicher Mitarbeiter. Und genau deshalb sende ich diesen Appell: Lassen Sie in dieser Zeit niemanden mit seinen Gefühlen alleine und nehmen Sie Sorgen ernst!

 

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